Willkommen bei MigraNovis: Der Morgen, an dem Alex die Sprache verlor
Die erste Folge des MigraNovis-Podcasts: Alex erzählt zum ersten Mal öffentlich seine Geschichte mit Aura-Migräne und Sprachverlust – und warum ausgerechnet ein Betroffener neben einer Expertin moderiert.
Es gibt Sätze, die man nur einmal im Leben zum ersten Mal ausspricht. Bei Alex war es keiner – sondern die Erkenntnis, dass an einem ganz normalen Samstagmorgen plötzlich gar keine Worte mehr kamen. In der allerersten Folge des MigraNovis-Podcasts erzählt er diese Geschichte zum ersten Mal öffentlich: gemeinsam mit Melanie, die ihn wenige Wochen zuvor auf dem FlowFest in München kennengelernt und kurzerhand gefragt hat, ob er sich vorstellen könnte, als Co-Host einzusteigen.
Warum ausgerechnet ein Betroffener neben einer Migräne-Expertin moderiert, was hinter dem Projekt MigraNovis steckt und wieso Alex‘ Geschichte weit über „ein bisschen Kopfschmerzen“ hinausgeht, hörst du am besten direkt in der Folge. Der Text hier fasst die wichtigsten Stationen zusammen, ersetzt das Hören aber nicht.
Zwei, die sich gerade erst gefunden haben
Melanie und Alex kennen sich erst seit wenigen Wochen. Trotzdem beginnt ihr gemeinsamer Podcast direkt mit der persönlichsten Folge, die es je geben wird. Melanie erklärt, warum ihr das wichtig war: Als Expertin allein könnte sie viel über Migräne erklären – aber mit einem Betroffenen an ihrer Seite entsteht eine ganz andere, nahbarere Perspektive. MigraNovis, das Projekt dahinter, verbindet wissenschaftliche Fundierung mit Offenheit für neue Entwicklungen, ganz ohne Heilsversprechen.
Der Morgen, an dem die Sprache aussetzte
Ende 2009, Anfang 2010: Alex wacht auf und kann nicht mehr sprechen. Kein Schmerz, keine Panik – nur das beklemmende Gefühl, die eigenen Gedanken nicht mehr in Worte fassen zu können. Er versorgt trotzdem wie gewohnt die Pferde nebenan, übt sich leise „Fischers Fritze“ vor, bis die Sprache zurückkommt – und denkt sich zunächst nichts weiter dabei. Erst ein befreundeter Hausarzt bringt es Jahre später auf den Punkt: „Du beschreibst die komplette Symptomatik eines Schlaganfalls.“ Die Diagnose folgt elf Jahre nach dem ersten Vorfall.
Ein Gesichtsfeld wie mit Scheuklappen
Alex beschreibt seine Aura so anschaulich, dass man sie fast selbst sieht: ein eingeschränktes Sichtfeld, als hätte man sich Scheuklappen aufgesetzt, dazu Flimmern. Ende der 90er-Jahre führte das beim Autofahren beinahe zu einem Unfall, weil er ein von rechts kommendes Auto schlicht nicht im Blickfeld hatte. Heute kennt er sein persönliches Frühwarnsystem genau: Taubheitsgefühl im linken Arm, das sich zu den Fingerspitzen ausbreitet, dann ein Kribbeln um Mund und Zunge – und als letztes Zeichen Wortfindungsstörungen, bevor im Extremfall die Sprache ganz aussetzt.
Ein Handzeichen, das im Ernstfall zählt
Weil Sprachverlust für ihn real und wiederkehrend ist, hat Alex mit seinem Umfeld ein eigenes System entwickelt: Er informiert Menschen vorab über seine Migräne und nutzt im Ernstfall Handzeichen – auf den Mund tippen für „ich kann nicht sprechen“, eine Bewegung über dem Kopf für „bitte einen Notarzt rufen“. Ein Detail, das in der Folge besonders hängen bleibt: Sein Hausarzt hat ihm geraten, dem Notarzt zunächst nicht zu sagen, dass es Migräne ist – damit der Verdacht auf einen Schlaganfall ernst genommen und nicht vorschnell abgehakt wird.
Warum diese Offenheit der Anfang von allem ist
Melanie und Alex sind sich einig: Genau dieses Verstehen der eigenen Warnzeichen – nicht das Verschweigen – ist der erste Schritt zu mehr Selbstwirksamkeit. Wer seine eigene Symptomkette kennt, ist der Migräne nicht mehr vollständig ausgeliefert. Diese Haltung wird MigraNovis durch die gesamte erste Staffel tragen.
Neugierig auf die ganze Geschichte, inklusive aller Details, die hier keinen Platz gefunden haben? Jetzt Folge 1 anhören – und wenn du magst, teile deine eigene Geschichte gerne in den Kommentaren unter der Folge.

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